Glock Gen 5 vs. Gen 6: Alle Unterschiede, Optik-System und Tuning
Am 20. Januar 2026 hat Glock mit der Gen 6 die erste neue Pistolengeneration seit 2017 in den Handel gebracht. Neuer Griff, flacher Abzug, Optic Ready System statt MOS – aber nur für vier 9-mm-Modelle. Dieser Ratgeber vergleicht Glock Gen 5 und Gen 6 Punkt für Punkt, erklärt Kompatibilität und Preise und zeigt, welche Tuning-Teile vom Performance Trigger bis zum Magwell sich für welche Generation lohnen.
Was die Glock Gen 6 ist – und was nicht
Glock hat die Gen 6 am 6. Dezember 2025 vorgestellt, der internationale Verkaufsstart war der 20. Januar 2026. Anders als beim Wechsel von Gen 4 auf Gen 5 ist die neue Generation kein kompletter Modellwechsel: Es gibt sie bisher nur in 9 mm Luger und nur als G17 Gen6 (17 Schuss), G19 Gen6 (15 Schuss), G45 Gen6 (G19-Schlitten auf G17-Griff) und als neues Modell G49 Gen6 – G17-Schlitten mit 114 mm Lauf auf dem kürzeren G19-Griff, 15 Schuss, laut Hersteller ausschließlich für Märkte außerhalb der USA.
Dazu kommen die COA-Modelle: Gen-6-Pistolen, die ab Werk mit einem Aimpoint-COA-Rotpunktvisier in einem eigenen A-CUT-Schlittenausschnitt ausgeliefert werden. Eine G34, G26, G19X oder G47 in Gen 6 gibt es nicht; die Glock Gen 5 bleibt für diese Modelle und für alle Großkaliber die aktuelle Generation. Eine Übersicht aller Modelle finden Sie im Ratgeber Glock-Modelle im Überblick.
Im Koffer liegen bei der Gen 6 laut Hersteller zwei Magazine, ein Speedloader, drei Optikplatten, wechselbare Backstraps und ein Reinigungsset. Der Safe-Action-Abzugsmechanismus ist unverändert – die Gen 6 ist eine Weiterentwicklung der Ergonomie und der Optik-Schnittstelle, kein neues Waffensystem.
Glock Gen 5 vs. Gen 6: Die Unterschiede im Detail
| Merkmal | Gen 5 (seit 2017) | Gen 6 (seit 2026) |
|---|---|---|
| Griffstruktur | Gen-5-Textur, glatte Seitenflächen | RTF6 rundum (360°), Palm Swell, beidseitige Daumenauflage |
| Beavertail | optional über Backstraps | integriert und größer, zusätzlich Backstraps |
| Abzugsbügel | klassische Form, abgeschrägte Front | Undercut für höheren Griff |
| Abzug | gebogener Abzug, Safe Action | Flat-Faced-Trigger serienmäßig, kürzere Reichweite, Safe Action unverändert |
| Optik-System | MOS mit Metall-Adapterplatten (nur MOS-Varianten) | ORS mit drei Polymerplatten direkt im Schlitten, ohne Aufpreis |
| Serrations | vorn und hinten, flach | tiefer und angewinkelt, vorn und hinten |
| Verschlussfeder | doppelte gefangene Feder | einfache gefangene Feder |
| Schlittenfanghebel | beidseitig, offen | beidseitig mit Schutzrand |
| Lauf | Marksman-Lauf | neue Geometrie, nicht rückwärtskompatibel |
| Magazinfenster | Standard | vergrößert |
| Auszieher | Gen-5-Auszieher | neues Auszieher-Modul |
| Gewicht G17 leer | ca. 700 g | ca. 600 g laut Hersteller (Angaben uneinheitlich) |
Die auffälligste Änderung ist der Griff: Die RTF6-Struktur läuft um das ganze Griffstück, der Palm Swell füllt die Handfläche, der integrierte Beavertail schützt vor dem Schlitten. Zusammen mit dem Undercut am Abzugsbügel sitzt die Hand höher und näher an der Laufachse – das reduziert den Hochschlag spürbar. Der Rahmen der G17 Gen6 ist vorn zudem etwas verkürzt. Der Flat-Faced-Trigger war bei der Gen 5 ein typisches Nachrüstteil; bei der Gen 6 ist er Serie, der Abzugsweg wurde verkürzt.
MOS vs. ORS vs. COA: Rotpunkt auf Gen 5 und Gen 6
| MOS (Gen 4/5) | ORS (Gen 6) | COA / A-CUT (Gen 6) | |
|---|---|---|---|
| Schlittenausschnitt | flach, vor der Kimme | tiefer gefräst | A-CUT, passend für Aimpoint COA |
| Adapterplatten | 4 Metallplatten je Footprint | 3 Polymerplatten (RMR/Holosun-K, DeltaPoint Pro, C-More) | keine, Visier direkt montiert |
| Lieferumfang | nur MOS-Modelle, Platten dabei | serienmäßig ohne Aufpreis | Aimpoint COA ab Werk montiert |
| Visierhöhe | höher durch Platte | näher an der Laufachse | geschlossenes Visier, niedrig |
| Kompatibilität Platten | MOS-Platten | eigene Platten, MOS passt nicht | nur Aimpoint COA |
Für Sportschützen, die ein Rotpunktvisier nutzen wollen, ist das der größte praktische Unterschied: Bei der Glock Gen 5 MOS kaufen Sie gezielt die MOS-Variante und montieren über Metallplatten; bei der Gen 6 ist jeder Schlitten optikbereit. Welche Visiere auf welchen Footprint passen, erklärt der Ratgeber Leuchtpunktvisier kaufen; passende Modelle finden Sie unter Rotpunktvisiere für Pistolen.
Was von der Gen 5 an die Gen 6 passt
Passt an die Gen 6
- Magazine der Gen 3, 4 und 5 – auch Magazinverlängerungen und -böden
- Holster für Gen 5 in der Regel, da die Außenkontur weitgehend gleich ist
- Speedloader und Ladehilfen – die Magazine bleiben gleich
- Magazinholster und Magazintaschen für zweireihige 9-mm-Magazine
Passt nicht
- Läufe – neue Geometrie, nicht rückwärtskompatibel
- Schlitten und Wechselsysteme der Gen 5
- MOS-Adapterplatten – ORS nutzt eigene Polymerplatten
- Abzugsgruppen und Abzugsteile der Gen 4/5, auch Drittanbieter
Wer von der Gen 5 wechselt, nimmt also Glock-Magazine und meist das Holster mit, kauft Optik-Zubehör und Abzugsteile aber neu. Umgekehrt gilt: Gen-6-Teile passen nicht in ältere Generationen.
Glock Gen 5 und Gen 6 tunen: Abzug, Magwell, Visierung, Griff
Performance Trigger: Glocks eigener Matchabzug ist ein Drop-in-Kit mit flachem Züngel, das das Abzugsgewicht von rund 2,5 kg auf etwa 1,8 kg senkt. Einstellbar ist er nicht, dafür bleibt die Safe-Action-Sicherheit erhalten. Er passt in 9-mm-Modelle der Gen 4 und Gen 5 – G17, G19, G19X, G26, G34, G45, G47 –, nicht in .40 S&W, .45 Auto, 10 mm oder Slimline. Ob er in der Gen 6 läuft, ist nicht belegt. In Deutschland ist er frei erhältlich, die UVP liegt laut Händlerangaben bei rund 120 €. Den Performance Trigger und Match-Abzüge von Drittanbietern mit einstellbarem Vorweg und Nachzug finden Sie in unserer Kategorie Glock-Matchabzüge.
Magwell: Ein Magazintrichter am Griffende erleichtert den Magazinwechsel unter Zeitdruck. Für die Gen 5 gibt es Magwells in Aluminium und Polymer in großer Auswahl, für die Gen 6 wegen des neuen Griffs erst wenige. Sportordnungen begrenzen Magwells in manchen Divisionen – vor dem Kauf das Regelwerk prüfen, etwa im Ratgeber IPSC für Einsteiger.
Visierung und Griff: Fiberoptik-Korn, Leuchtvisier oder Rotpunkt sind der schnellste Präzisionsgewinn. Für den Halt helfen Grip Tape und Griffschalenbänder, die Sie unter Griffschalen finden; die Gen 6 braucht das wegen RTF6 meist nicht mehr. Federn, Magazinböden, Schlittenfanghebel und Kompensatoren fasst unsere Kategorie Waffentuning zusammen.
Rechtsrahmen: Abzug, Visierung, Griffteile und Federn sind keine wesentlichen Teile und frei. Lauf, Schlitten und Griffstück sind wesentliche Teile nach Anlage 1 WaffG – Erwerb nur mit Eintragung oder Voreintrag, Einbau am besten durch den Büchsenmacher. Was erlaubt ist, erklären der Ratgeber Pistolen-Tuning und der Ratgeber Abzug tauschen.
Gen 5 jetzt günstig oder Gen 6 neu kaufen?
Mit dem Start der Gen 6 sind die Straßenpreise der Gen 5 nach Händlerangaben gesunken – eine G17 oder G19 Gen5 ist derzeit günstig zu bekommen, und das Zubehörangebot ist unerreicht. Die Gen 6 kostet in den USA laut Hersteller 745 $ UVP; in Deutschland liegen die Straßenpreise nach Händlerangaben bei etwa 700 bis 770 €, die von Händlern genannten UVP-Werte zwischen 890 und 925 €. Eine offizielle deutsche UVP ist bislang nicht bestätigt. Beide Generationen finden Sie in unserer Kategorie Glock Gen5.
Für den Einstieg in den Sport ist die Gen 5 die rationale Wahl: niedriger Preis, bewährte Technik, jedes Ersatzteil verfügbar. Für Rotpunkt-Schützen spricht viel für die Gen 6, weil ORS ohne Aufpreis dabei ist und das Visier tiefer sitzt. Wer eine G34, G26 oder ein Großkaliber will, hat ohnehin keine Wahl – diese Modelle gibt es nur als Gen 5. Und wer keine WBK hat: Die Glock 17 Gen5 gibt es als Schreckschussversion in 9 mm P.A.K., frei ab 18, siehe Ratgeber Schreckschusspistole.
Welche Generation passt zu mir?
Modell festlegen
Brauchen Sie G34, G26, G19X, G47 oder ein Großkaliber? Dann Gen 5. Reicht G17, G19, G45 oder G49? Dann stehen beide Generationen zur Wahl. Die Unterschiede der Modelle erklärt der Vergleich Glock 17 oder 19.
Optik klären
Rotpunkt geplant? Gen 6 bringt ORS serienmäßig, bei der Gen 5 brauchen Sie die MOS-Variante. Nur Kimme und Korn? Dann zählt der Preisvorteil der Gen 5.
Tuning-Bedarf prüfen
Match-Abzug, Magwell, Griffband: Für die Gen 5 gibt es alles, für die Gen 6 erst wenig. Der Performance Trigger ist nur für Gen 4/5 belegt.
Griff probieren
RTF6, Palm Swell und Beavertail sind Geschmackssache. Nehmen Sie beide Generationen in die Hand – in Zerbst können Sie das vor Ort tun.
Budget und Rechtslage
Gen 5 derzeit deutlich günstiger, Gen 6 ab etwa 700 € Straßenpreis. In beiden Fällen brauchen Sie eine grüne WBK; Magazine über 20 Patronen sind erlaubnispflichtig. Alle Markeninformationen in der Glock-Markenwelt.
Passende Produkte
Direkt aus dem WaffenPro-Sortiment – Beratung unter 039237 381182.
Glock Gen5
Magazine Glock
Glock Matchabzüge
FAQ zu Glock Gen 5 und Gen 6
Was ist neu an der Glock Gen 6?
Die Gen 6 bringt einen neuen Griff mit RTF6-Struktur rundum, Palm Swell und integriertem Beavertail, einen Flat-Faced-Trigger mit kürzerer Abzugsreichweite, tiefere Serrations, einen Schutzrand um den Schlittenfanghebel, eine einfache gefangene Verschlussfeder und einen Lauf mit neuer Geometrie. Das Optik-System ORS ersetzt MOS. Vorgestellt wurde die Gen 6 am 6. Dezember 2025, verkauft wird sie international seit dem 20. Januar 2026.
Welche Modelle gibt es als Glock Gen 6?
Bisher vier Modelle, alle in 9 mm Luger: G17 Gen6 mit 17 Schuss, G19 Gen6 mit 15 Schuss, G45 Gen6 mit G19-Schlitten auf G17-Griff und die neue G49 Gen6 mit G17-Schlitten auf G19-Griff, die laut Hersteller nur außerhalb der USA angeboten wird. Dazu kommen COA-Varianten mit werkseitig montiertem Aimpoint-Rotpunkt. G34, G26, G19X oder G47 gibt es in Gen 6 derzeit nicht.
Passen meine Gen-5-Magazine und Holster an die Gen 6?
Magazine ja: Glock-Magazine der Generationen 3, 4 und 5 passen in die Gen 6. Holster für die Gen 5 passen in der Regel ebenfalls, weil die Außenkontur weitgehend gleich blieb – im Einzelfall vor dem Kauf prüfen. Nicht kompatibel sind Läufe, Schlitten und Wechselsysteme, MOS-Optikplatten und Abzugsgruppen, weil Lauf, Schlittenausschnitt und Abzugsmechanik neu konstruiert wurden.
Was ist der Glock Performance Trigger?
Ein Werks-Matchabzug von Glock als Drop-in-Kit mit flachem Abzugszüngel. Das Abzugsgewicht sinkt auf etwa 1,8 kg statt rund 2,5 kg beim Serienabzug, einstellbar ist er nicht. Er passt in 9-mm-Modelle der Gen 4 und Gen 5 (G17, G19, G19X, G26, G34, G45, G47), nicht in .40, .45, 10 mm oder Slimline. Für die Gen 6 ist die Kompatibilität nicht belegt. In Deutschland ist er frei erhältlich, UVP laut Händlerangaben rund 120 €.
Lohnt sich jetzt noch eine Glock Gen 5?
Für die meisten Sportschützen ja. Die Gen 5 ist technisch ausgereift, das Zubehörangebot von Abzügen über Magwells bis zu Holstern ist riesig, und die Straßenpreise sind seit dem Gen-6-Start gesunken. Wer die Gen 6 will, bekommt den besseren Griff und das aufpreisfreie Optik-System ORS, zahlt aber mehr und findet noch weniger Drittanbieter-Teile. Für G26, G34 und alle Großkaliber bleibt die Gen 5 ohnehin die aktuelle Generation.
Darf ich den Abzug meiner Glock selbst tauschen?
Ja. Abzugsgruppen sind keine wesentlichen Teile nach Anlage 1 WaffG und frei erhältlich; als Berechtigter dürfen Sie sie selbst einbauen. Grenzen setzen die Sportordnungen mit Mindestabzugsgewichten je Disziplin und die Sicherheit – der Safe-Action-Mechanismus muss erhalten bleiben. Lauf, Schlitten und Griffstück sind dagegen wesentliche Teile und erwerbsscheinpflichtig. Details im Ratgeber Abzug tauschen.
Alle Ratgeber zu Waffenzubehör und Pflege
Reinigen, montieren, tunen, trainieren – unsere Ratgeber rund um Waffe und Zubehör für Jäger und Sportschützen.
Glock Gen 5 oder Gen 6 bei WaffenPro
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