Ratgeber · Kurzwaffen

Glock-Pistolen im Überblick: Alle Modelle nach Kaliber und Größe

Glock baut seit 1982 Pistolen mit Polymerrahmen und Safe-Action-Abzug – heute in sechs Kalibern und sieben Größenklassen. Dieser Ratgeber ordnet alle aktuellen Modelle vom Subcompact G26 bis zur Long-Slide G17L, erklärt die Generationen Gen3 bis Gen6, die Optik-Systeme MOS, COA und ORS und sagt, welche Glock sich für IPSC, Präzision, Jagd und Einstieg eignet.

6Kaliber im Programm
7Größenklassen 9 mm
Gen6seit Januar 2026
10–19Schuss je Magazin
Grundlagen

Wie Glock seine Pistolen einteilt

Eine Glock Pistole ist im Kern immer gleich aufgebaut: Polymergriffstück, Stahlschlitten, Safe-Action-Abzug ohne manuelle Sicherung, Browning-Verriegelung. Die Unterschiede liegen in Kaliber, Lauflänge und Griffhöhe. Daraus ergeben sich die Größenklassen, die Glock selbst verwendet: Subcompact (kurzer Lauf, kurzer Griff, z. B. G26), Compact (G19), Standard (G17), Competition (G34 mit verlängertem Schlitten) und Long Slide (G17L).

Dazu kommen die Crossover-Modelle, die Schlitten und Griff unterschiedlicher Klassen kombinieren: Die G19X und die G45 setzen den kurzen G19-Schlitten auf den vollen G17-Griff – kürzere Waffe, volle Magazinkapazität. Die mit der Gen6 neu eingeführte G49 macht es umgekehrt: G17-Schlitten mit 114 mm Lauf auf dem kürzeren G19-Griff, 15 Schuss, laut Hersteller nur für Märkte außerhalb der USA. Die Slimline-Modelle G43, G43X und G48 haben einen schmalen einreihigen Griff mit 10 Schuss und sind auf verdecktes Führen im US-Markt ausgelegt – in Deutschland sind sie wegen des schmalen Griffs vor allem für kleine Hände interessant.

Welche Klasse zu Ihnen passt, hängt vom Einsatz ab: Für den Schießstand zählen Visierlinie und Griff, für die Jagd Tragekomfort im Holster, für Dynamik-Disziplinen das Regelwerk. Einen Kaufleitfaden über alle Hersteller finden Sie im Ratgeber Pistole kaufen, die reine 9-mm-Auswahl im Ratgeber beste 9-mm-Pistole.

Modellübersicht

Glock Pistolen in 9 mm Luger nach Größe

ModellKlasseLauflängeMagazinBesonderheit
G26Subcompact87 mm10 Schusskürzeste zweireihige Glock, nimmt G19/G17-Magazine
G19Compact102 mm15 Schussmeistverkauftes Modell, Gen5 auch als MOS und als G19 Gen5 FS
G19X / G45Crossover102 mm17 SchussG19-Schlitten auf G17-Griff; G45 schwarz, G19X coyote
G49Reverse-Crossover114 mm15 SchussG17-Schlitten auf G19-Griff, neu mit Gen6
G17 / G47Standard114 mm17 SchussReferenzmodell; G47 als jüngere Gen5-Variante der Standardklasse
G34Competition135 mm17 Schusslängere Visierlinie, Standard in IPSC Production
G17LLong Slide153 mm17 Schusslängste Visierlinie, Präzision 25 m
G43 / G43X / G48Slimline87 / 87 / 106 mm6 / 10 / 10 Schusseinreihig, schmaler Griff

Alle zweireihigen 9-mm-Modelle teilen sich die Magazine nach oben: Ein G17-Magazin passt in die G19 und G26, nur steht es unten über. Das macht Glock-Magazine zum unkompliziertesten Zubehör im Sortiment. Die Modelle G19 Gen5, G17 Gen5, G34 Gen5 MOS und G45 finden Sie in unserer Kategorie Glock Gen5, die 9-mm-Auswahl anderer Hersteller unter Pistolen 9 mm Luger.

Modellübersicht

Glock-Modelle in anderen Kalibern

KaliberSubcompactCompactStandardCompetition / Long
.22 lr–G44 (10 Schuss)––
.380 AutoG42 (einreihig)–G25–
.40 S&WG27G23G22G35 / G24
10 mm AutoG29–G20G40 (MOS, 153 mm)
.45 AutoG30 / G36 (einreihig)–G21G41

Die G44 in .22 lr ist die einzige Glock im Kleinkaliber: Sie entspricht in Griff und Abmessungen der G19, hat einen Hybrid-Schlitten aus Stahl und Polymer und ist als günstiges Trainingsgerät für Sportschützen gedacht. Die 10-mm-Modelle G20 und G40 sind in Deutschland bei Jägern verbreitet, weil das Kaliber im Fangschuss deutlich mehr Energie bringt als 9 mm; die G40 MOS mit 153 mm Lauf wird in den USA ausdrücklich als Jagdpistole vermarktet. Die .45-Auto-Modelle G21 und G41 sind im Sportschießen die Wahl für Großkaliberdisziplinen – alle Modelle dieser Gruppe finden Sie unter Großkaliber-Pistolen.

Hinweis: Glock USA stellt laut Hersteller ab Ende 2025 viele Gen3-, Gen4- und Gen5-Modelle auf eine „V Series“ um. Ob und wann das für den europäischen Markt relevant wird, ist nach Händlerangaben derzeit nicht belegt.

Generationen

Gen3, Gen4, Gen5 und Gen6 im Schnellüberblick

Gen3

Seit 1998

Fingerrillen am Griff, Daumenauflagen, Zubehörschiene unter dem Lauf. Bis heute als G17 Gen3 im Programm, größtes Angebot an Drittanbieter-Teilen.

Gen4

Seit 2010

RTF4-Griffstruktur, wechselbare Backstraps, doppelte Verschlussfeder, vergrößerter und beidseitig umbaubarer Magazinhalter.

Gen5

Seit 2017

Keine Fingerrillen mehr, beidseitiger Schlittenfanghebel, Marksman-Lauf mit Polygonalprofil, nDLC-Beschichtung, abgeschrägte Schlittenfront, MOS-Varianten.

Gen6

Seit Januar 2026

RTF6-Griff, integrierter Beavertail, Flat-Faced-Trigger, Optic Ready System statt MOS, einfache Verschlussfeder. Bisher G17, G19, G45 und G49 in 9 mm.

Gen5 und Gen6 laufen derzeit parallel: Die Gen5 bleibt für G26, G34, G19X, G47 und alle Großkalibermodelle die aktuelle Generation, die Gen6 ist auf vier 9-mm-Modelle beschränkt. Magazine passen generationsübergreifend, Läufe, Schlitten und Abzüge nicht. Alle Unterschiede im Detail, inklusive Preisen und Tuning, erklärt der Ratgeber Glock Gen5 vs. Gen6.

Optik-Systeme

MOS, COA und ORS: Rotpunkt auf der Glock Pistole

MOS (Modular Optic System) ist das Optik-System der Gen4 und Gen5. Der Schlitten trägt einen flachen Ausschnitt, auf den je nach Visier eine von vier Metall-Adapterplatten geschraubt wird; die Kimme bleibt an ihrem Platz. MOS-Modelle gibt es bei der Gen5 für G17, G19, G19X, G26, G34, G45, G47 und G49 sowie für G20, G21, G40 und G41.

ORS (Optic Ready System) löst MOS bei der Gen6 ab: Der Ausschnitt ist tiefer gefräst, das Visier sitzt näher an der Laufachse, und statt Metallplatten liegen drei Polymerplatten für die gängigen Footprints (RMR/Holosun-K, DeltaPoint Pro, C-More) bereits im Koffer. Laut Hersteller ist ORS bei allen Gen6-Modellen ohne Aufpreis dabei; MOS-Platten passen nicht.

COA (Aimpoint COA) bezeichnet Gen6-Modelle, die ab Werk mit einem geschlossenen Aimpoint-COA-Rotpunktvisier im A-CUT-Schlittenausschnitt ausgeliefert werden. Welches Rotpunktvisier zu welchem System passt, erklärt der Ratgeber Leuchtpunktvisier kaufen; die passende Visierauswahl finden Sie unter Rotpunktvisiere für Pistolen.

Einsatz

Welche Glock Pistole wofür?

IPSC Production

G17 Gen5 oder G34 Gen5

Volle Griffhöhe, 15 Schuss im Magazin nach Regelwerk, G34 mit längerer Visierlinie. Beide sind auf der Production-Liste der IPSC.

G17, G34, G47
IPSC-Pistolen →
Präzision 25 m

G34 oder G17L

Längere Visierlinie und mehr Schlittenmasse beruhigen den Schuss. Mit Match-Abzug aus der Kategorie Glock-Matchabzüge wird daraus eine präzise Standardpistole.

G34, G17L, G17
Glock-Matchabzüge →
Jagd & Fangschuss

G45, G19 oder G20

Kompakt im Holster, voller Griff für sicheren Halt, bei Bedarf 10 mm Auto für mehr Energie. Hunter Edition mit Gewindelauf und MOS.

G45, G19, G20
Fangschusswaffen-Ratgeber →
Einsteiger Sport

G17 oder G19 Gen5

Günstige Munition, riesiges Zubehörangebot, in jedem Verein vertreten. Die G19 für kleinere Hände, die G17 für maximale Visierlinie.

G17, G19
Glock Gen5 →
KK-Training

G44

Gleiche Griffgeometrie wie die G19, aber .22 lr: Training von Abzug und Visierbild zu einem Bruchteil der Munitionskosten.

G44
Pistolen im Shop →
Sonderedition

Die Glock 45 Gen5 MOS Hunter Edition

Glock hat mit der G45 Gen5 MOS Hunter Edition erstmals ein Modell ausdrücklich für Jäger aufgelegt. Basis ist die G45, also der kompakte G19-Schlitten auf dem vollen G17-Griff mit 17 Schuss. Dazu kommen ein olivgrüner Rahmen, ein Gewindelauf für Schalldämpfer oder Kompensator, eine Stahlvisierung statt der Polymer-Standardvisierung und der MOS-Schlittenausschnitt für ein Rotpunktvisier.

Für den Fangschuss im Revier ist das eine stimmige Kombination: Der Gewindelauf erlaubt einen Dämpfer, die Stahlvisierung hält Holsterkontakt und Witterung aus, das Rotpunktvisier erleichtert den schnellen Schuss bei schlechtem Licht. Preislich liegt die Hunter Edition nach Händlerangaben über der Standard-G45; Verfügbarkeit und Ausstattung finden Sie in unserer Kategorie Glock Gen5. Passende Griffbänder, Magazinböden und Visierungen erklärt der Ratgeber Pistolen-Tuning.

Rechtslage

Glock kaufen in Deutschland: Was Sie brauchen

1

Erwerbsberechtigung klären

Jede scharfe Glock ist eine erlaubnispflichtige Schusswaffe. Sie brauchen eine grüne WBK – als Sportschütze nach zwölf Monaten Vereinsmitgliedschaft mit Bedürfnisbescheinigung des Verbands, als Jäger mit gültigem Jagdschein. Überblick im Ratgeber Erwerbsberechtigung und unter Sportschütze werden.

2

Modell und Generation wählen

Für Sport die G17, G19 oder G34, für die Jagd G45 oder G20, für Training die G44. Gen5 ist derzeit günstig, Gen6 die neueste Technik – Entscheidungshilfe im Generationen-Vergleich oben.

3

Magazine beachten

Magazine für Kurzwaffen mit mehr als 20 Patronen sind in Deutschland erlaubnispflichtig. Die Standardmagazine mit 10 bis 17 Schuss sind frei erhältlich; Sportordnungen begrenzen die Ladezahl zusätzlich.

4

Zubehör und Holster

Holster, Magazine, Visierungen und Griffschalen sind frei. Zum Transport zum Stand muss die Waffe ungeladen in einem verschlossenen Behältnis liegen – das Holster ersetzt es nicht. Details im Ratgeber Holster für die Pistole.

5

Alternative ohne WBK

Frei ab 18 ist die Glock 17 Gen5 als Schreckschussversion in 9 mm P.A.K. Zum Führen in der Öffentlichkeit brauchen Sie den Kleinen Waffenschein. Mehr im Ratgeber Schreckschusspistole.

Beratung in Zerbst: Welches Glock-Modell zu Ihrer Hand, Ihrer Disziplin und Ihrer WBK passt, klären wir am besten persönlich – alle Markeninformationen finden Sie in unserer Glock-Markenwelt.
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Häufige Fragen

FAQ zur Glock Pistole

Welche Glock Pistole ist die richtige für Einsteiger?

Für die meisten Sportschützen die Glock 17 oder Glock 19 in 9 mm Luger. Die G17 ist das Standardmodell mit 17 Schuss und langer Visierlinie, die G19 ist kompakter und liegt kleineren Händen besser. Beide schießen dieselbe günstige Munition, teilen sich Magazine und Zubehör und werden in jeder Sportordnung geführt. Wer ausschließlich Präzision schießt, greift zur G34 mit längerem Lauf.

Was ist der Unterschied zwischen Glock 17 und Glock 19?

Die Glock 17 hat einen 114 mm langen Lauf und ein 17-Schuss-Magazin, die Glock 19 einen 102 mm Lauf und 15 Schuss. Der Griff der G19 ist rund 12 mm kürzer. In der Präzision auf 25 m nehmen sich beide wenig, die G17 bietet etwas mehr Visierlinie, die G19 ist leichter zu holstern. Mehr dazu im Vergleich G17 oder G19.

Was bedeutet MOS bei einer Glock?

MOS steht für Modular Optic System. Der Schlitten hat einen Ausschnitt vor dem Kimmensitz, in den über Adapterplatten ein Rotpunktvisier montiert wird. Bei der Gen5 gibt es MOS-Varianten für G17, G19, G19X, G26, G34, G45, G47 und G49 sowie für die Großkalibermodelle. Die Gen6 ersetzt MOS durch das Optic Ready System mit Polymerplatten direkt im Schlitten.

Was ist die Glock 45 Hunter Edition?

Die G45 Gen5 MOS Hunter Edition ist eine Sonderausführung des Crossover-Modells mit G19-Schlitten auf G17-Griff. Sie kommt in Olivgrün, mit Gewindelauf für Kompensator oder Schalldämpfer, Stahlvisierung und MOS-Schlitten für ein Rotpunktvisier. Sie richtet sich an Jäger, die eine Fangschusswaffe mit moderner Optik und Dämpferoption suchen – in Deutschland setzt der Erwerb eine grüne WBK voraus.

Welche Glock eignet sich für die Jagd?

Als Fangschusswaffe werden meist G17, G19 oder G45 in 9 mm Luger oder die G20 in 10 mm Auto geführt. 9 mm reicht für den Fangschuss auf kurze Distanz mit geeigneter Munition, 10 mm bringt deutlich mehr Energie, aber auch mehr Rückstoß. Jäger tragen die Waffe im Revier meist im Brust- oder Gürtelholster; Details im Ratgeber Fangschusswaffen.

Darf ich als Privatperson eine Glock kaufen?

Nur mit Erwerbsberechtigung. Scharfe Glock-Pistolen sind erlaubnispflichtig, Sie brauchen eine grüne WBK als Sportschütze mit Bedürfnisnachweis oder als Jäger mit Jagdschein. Magazine für Kurzwaffen mit mehr als 20 Patronen sind zusätzlich erlaubnispflichtig. Frei ab 18 Jahren ist nur die Schreckschussversion der Glock 17 Gen5 in 9 mm P.A.K., siehe Ratgeber Schreckschusspistole.

Wichtiger Hinweis: Dieser Ratgeber dient der Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die geltende Fassung des Waffengesetzes (WaffG), der AWaffV und des Landesrechts; über Erteilung, Umfang und Auflagen entscheidet die zuständige Waffenbehörde im Einzelfall. Gebühren sind Orientierungswerte und unterscheiden sich je nach Bundesland und Behörde.
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