Ratgeber · Freie Waffen

Luftgewehr mit Magazin: Mehrschüssige Luftgewehre im Vergleich

Ein Luftgewehr mit Magazin spart das Nachladen nach jedem Schuss – mit Pressluft oder CO2 wird aus dem Einzellader ein Repetierer mit 8 bis 14 Schuss. Dieser Ratgeber vergleicht die Systeme, erklärt Knicklauf, Durchlader und Trommelmagazin, ordnet die DDR-Klassiker ein und fasst die Rechtslage nach der Waffengesetz-Änderung vom Juli 2025 zusammen, die mehrschüssige Druckluftwaffen besonders betrifft.

≤ 7,5 JF-Zeichen, frei ab 18
8–14 SchussTrommelmagazin PCP/CO2
24.07.2025WaffG-Änderung beachten
4,5 / 5,5 mmgängige Kaliber
Technik

Welche Luftgewehre mit Magazin gibt es?

Ein Magazin braucht einen Antrieb, der ohne Hebelspannen auskommt – sonst müsste bei jedem Schuss ohnehin die Hand ans Gewehr. Deshalb sind fast alle mehrschüssigen Luftgewehre Pressluft- oder CO2-Waffen. Bei Pressluftgewehren (PCP, Pre-Charged Pneumatic) sitzt eine Kartusche mit 200 bis 300 bar unter dem Lauf; ein Seitenspanner oder Unterhebel öffnet das Ventil, transportiert das Trommelmagazin mit 8 bis 14 Diabolos einen Schritt weiter und spannt den Schlagbolzen. Die Leistung bleibt über viele Schuss konstant, ein Regler (Regulator) hält den Arbeitsdruck gleich. Gefüllt wird per Handpumpe, Tauchflasche oder Kompressor.

CO2-Gewehre arbeiten mit einer 88-g-Kapsel (seltener zwei 12-g-Kapseln) und ebenfalls einem Trommelmagazin. Sie sind günstiger, brauchen kein Füllgerät und sind sofort schussbereit. Der Nachteil: CO2 ist temperaturabhängig – unter 10 °C fällt die Leistung deutlich, bei schneller Schussfolge kühlt die Kapsel aus. Welche CO2-Kapseln passen und wie lange sie halten, erklärt der Ratgeber CO2-Kapseln. Federdruck-Mehrlader sind die Ausnahme: Einige Hersteller bieten Knicklauf- oder Unterhebel-Gewehre mit Mehrfachmagazin an, das beim Spannvorgang die nächste Diabolo ins Lager schiebt. Gespannt wird trotzdem bei jedem Schuss – das Magazin spart nur das Fummeln mit der einzelnen Diabolo. Ein Vergleich der drei Antriebe findet sich im Ratgeber CO2 oder Federdruck.

SystemMagazinSchuss je FüllungLeistung konstant?Preis ab (ca.)
Pressluft (PCP)Trommel 8–14 Schuss40–150 (je nach Volumen, Regler)ja, mit Regulator sehr konstantab ca. 400 € + Füllgerät
CO2 88 gTrommel 8–12 Schuss150–300nein, temperaturabhängigab ca. 150 €
Federdruck MehrladerLinearmagazin, seltenunbegrenzt, Spannen je Schussjaab ca. 200 €
Federdruck Einzelladerkein Magazinunbegrenzt, Spannen je Schussjaab ca. 100 €
Pump-Pneumaticmeist Einzellader1 (mehrfach pumpen)regelbar durch Pumpenzahlab ca. 150 €
Bauarten

Knicklauf, Durchlader oder Repetierer mit Magazin?

Unabhängig vom Antrieb unterscheiden sich Luftgewehre in der Art, wie sie gespannt und geladen werden. Beim Knicklauf klappt der Lauf nach unten: Er ist Spannhebel und gibt gleichzeitig das Lager frei, in das die Diabolo einzeln eingelegt wird. Das ist einfach und günstig, der Laufverschluss muss aber über Jahre spielfrei bleiben. Beim Durchlader mit festem Lauf – als Seitenspanner oder Unterhebel – spannt ein separater Hebel die Feder; das Lager wird durch einen Schiebeverschluss oder eine drehbare Ladeklappe geöffnet. Sport- und Präzisionsgewehre setzen auf den festen Lauf, weil die Laufachse nie bewegt wird. Federdruck-Gewehre beider Bauarten finden Sie im Shop.

Der Repetierer mit Magazin trennt Spannen und Laden vollständig: Ein kurzer Hebelweg (bei PCP oft nur 30 bis 40 mm) spannt den Hammer und transportiert das Magazin. Die Schussfolge ist damit so schnell wie bei einem Kleinkaliber-Repetierer, und das Zielbild im Zielfernrohr muss zwischen den Schüssen nicht verlassen werden. Für Field Target, Plinking auf mehrere Ziele und das Training von Schussfolgen ist das der eigentliche Vorteil eines Luftgewehrs mit Magazin. Wer dagegen nur präzise Einzelschüsse auf 10 m schießt, braucht kein Magazin – dort ist der Einzellader mit festem Lauf und Match-Abzug die bessere Wahl.

Historie

DDR-Luftgewehre mit Magazin: Haenel 310 und 303

Die Suche nach „Luftgewehr DDR“ führt fast immer zu zwei Bauarten aus Suhl. Das Haenel 310 ist der bekannteste Mehrlader der DDR: ein Kugel-Repetierer mit Röhrenmagazin unter dem Lauf, der 4,4-mm-Rundkugeln über einen Kammerstängel-Repetiermechanismus lädt. Die Mündungsenergie liegt bei nur rund 2 bis 3 Joule – gedacht für Schießhallen, Jahrmarkt und Vereinstraining in geschlossenen Räumen. Das Haenel 303 ist dagegen ein klassischer Knicklauf-Einzellader im Kaliber 4,5 mm mit Federdruck, der in großen Stückzahlen als Trainings- und Sportgewehr der GST gebaut wurde. Beide Modelle werden heute gesammelt und geschossen; Preise sind Sammlerpreise und hängen vom Zustand ab. Mehr zur Marke im Ratgeber Haenel. Moderne Nachfolger für den Vereinsbetrieb beschreibt der Ratgeber Luftgewehr 10 m im Verein.

Rechtslage

Luftgewehr mit Magazin und das Waffengesetz seit 2025

Die Grundregel ist unverändert: Druckluft-, Federdruck- und CO2-Waffen mit dem F im Fünfeck und einer Mündungsenergie bis 7,5 Joule sind freie Waffen, die ab 18 Jahren ohne Erlaubnis erworben und besessen werden dürfen (Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 2 WaffG). Den Überblick dazu gibt der Ratgeber Freie Waffen ab 18. Alles darüber – Luftgewehre mit 16 J als Exportversion, Suchbegriffe wie „300 Joule“ oder Big-Bore-Luftgewehre – ist erlaubnispflichtig: Erwerb und Besitz setzen eine Waffenbesitzkarte mit Bedürfnis voraus, genau wie bei einer Feuerwaffe. Solche Waffen ohne WBK zu kaufen oder umzubauen ist eine Straftat.

Neu ist die Änderung des Waffengesetzes zum 24. Juli 2025. Sie betrifft unter anderem mehrschüssige Druckluft- und CO2-Waffen mit Magazin: Für bestimmte Bauarten – etwa halbautomatische Systeme oder solche, die Feuerwaffen in Bauweise und Magazinkapazität nachempfunden sind – kann je nach Auslegung eine Erlaubnispflicht entstehen, obwohl die Energie unter 7,5 Joule liegt. Die genaue Einordnung hängt von Bauart, Funktionsweise und der Praxis der zuständigen Behörde ab und ist derzeit nicht für jedes Modell abschließend geklärt. Unsere Empfehlung: Den Status des konkreten Modells vor dem Kauf prüfen – wir beraten Sie zu jedem Luftgewehr mit Magazin aus unserem Sortiment und sagen Ihnen, welche Unterlagen Sie gegebenenfalls brauchen.

Unverändert gilt auch § 12 Abs. 4 WaffG: Geschossen werden darf mit freien Druckluftwaffen nur auf zugelassenen Schießstätten oder auf befriedetem Besitztum mit Zustimmung des Berechtigten, wenn die Geschosse das Grundstück nicht verlassen können. Dafür braucht es einen Kugelfangkasten aus der Kategorie Kugelfangkästen und einen Schusswinkel ohne Gefährdung. Das Führen in der Öffentlichkeit ist ohne Anlass untersagt; transportiert wird im geschlossenen Behältnis.

Kaliber & Zubehör

Kaliber 4,5 oder 5,5 mm, Diabolos und Pflege

Im Rahmen der 7,5-J-Grenze ist 4,5 mm (.177) das Standardkaliber: flachere Flugbahn, günstigere Diabolos, höhere Magazinkapazität und die Wahl für alle 10-m-Disziplinen. 5,5 mm (.22) schießt schwerere Geschosse mit mehr Windstabilität und sauberer Wirkung im Ziel, bei gleicher Energie aber langsamer und mit stärkerem Abfall der Flugbahn. Für Plinking auf 10 bis 30 m sind beide geeignet; wer ein Zielfernrohr nutzt und auf wechselnde Entfernungen schießt, ist mit 4,5 mm unkomplizierter unterwegs. Beim Magazin ist die Diabolo-Länge wichtig: Lange Slugs oder schwere Jagddiabolos passen nicht in jede Trommel.

Zur Pflege: Pressluftsysteme brauchen trockene, saubere Luft – Kompressoren mit Wasserabscheider, keine Bremsenreiniger oder Öle in Luftwegen (Dieseleffekt). CO2-Gewehre nach dem Schießen mit eingesetzter, nicht leerer Kapsel lagern, damit die Dichtung geschlossen bleibt; Dichtungen gelegentlich mit silikonbasiertem Fett versorgen. Der Lauf wird mit Filzpfropfen oder Reinigungsschnur gereinigt, Magazine werden trocken ausgeblasen. Hersteller wie Weihrauch und Hämmerli liefern Ersatzmagazine und Dichtungssätze über Jahrzehnte. Eine Kaufberatung für die Gesamtsystematik gibt der Ratgeber Luftgewehr kaufen.

Für wen

Welches Luftgewehr mit Magazin passt zu Ihnen?

Plinker

CO2-Gewehr mit Trommelmagazin

Schnelle Schussfolge auf Dosen und Fallziele im Garten, kein Füllgerät, einfache Handhabung. Einstieg mit 88-g-Kapsel.

ab ca. 150 €, 4,5 mm
CO2-Gewehre →
Präzisionsschütze

Pressluft-Repetierer (PCP)

Konstante Leistung, Regler, Match-Abzug, 10- bis 14-Schuss-Magazin. Für Field Target und Scheiben auf 25 bis 50 m.

ab ca. 400 €, Füllgerät
Pressluftgewehre →
Vereinsschütze 10 m

Einzellader mit festem Lauf

Magazin spielt in der Disziplin keine Rolle; es zählen Abzug, Schaft und Präzision. Pressluft oder Federdruck.

Ratgeber Verein
Luftgewehr 10 m im Verein →
CO2-Einsteiger

CO2-Gewehr oder -Karabiner

Erste Schritte mit CO2: Kapseln, Lagerung, Leistung bei Kälte – alles Wichtige für den Start.

Ratgeber
CO2-Einsteiger-Ratgeber →
Sammler DDR

Haenel 310 / 303

Historische Mehrlader und Knickläufe aus Suhl – Zustand, Dichtungen und Rundkugeln statt Diabolos beachten.

Sammlerpreise
Markenwelt Haenel →
Pump-Fan

Pump-Pneumatic

Mehrfaches Pumpen regelt die Leistung ohne Kapsel oder Kartusche – meist Einzellader, robust und wartungsarm.

ab ca. 150 €
Pump-Pneumatic-Gewehre →

Alle Systeme, vom Knicklauf bis zum Pressluft-Repetierer mit Magazin, finden Sie in unserer Kategorie Luftgewehre. Fragen zur Zulassung eines bestimmten Modells beantworten wir vor dem Kauf – in Zerbst oder per Telefon.

Aus unserem Shop

Passende Produkte

Direkt aus dem WaffenPro-Sortiment – Beratung unter 039237 381182.

Luftgewehre

CO2-Gewehre

CO2-Magazine 4,5 mm

Häufige Fragen

FAQ: Luftgewehr mit Magazin

Ist ein Luftgewehr mit Magazin in Deutschland frei erhältlich?

Ein Luftgewehr mit F-im-Fünfeck-Zeichen und höchstens 7,5 Joule Mündungsenergie ist grundsätzlich ab 18 Jahren frei erwerbbar. Durch die Änderung des Waffengesetzes zum 24. Juli 2025 können mehrschüssige Druckluft- und CO2-Waffen mit Magazin jedoch je nach Bauart und Auslegung der Behörde als erlaubnispflichtig eingestuft werden. Prüfen Sie den Status des konkreten Modells vor dem Kauf – wir beraten Sie dazu gern.

Welches Luftgewehr mit Magazin ist für Einsteiger sinnvoll?

Für Plinking im Garten und auf dem Kugelfang ist ein CO2-Gewehr mit 88-g-Kapsel und Trommelmagazin der einfachste Einstieg: kein Spannen, kein Füllgerät, konstanter Rhythmus. Wer dauerhaft schießt und präzise werden will, ist mit einem Pressluftgewehr (PCP) mit 8- bis 14-Schuss-Magazin besser beraten – höhere Anschaffung, dafür konstante Leistung und sehr günstige Schusskosten. Beide Varianten finden Sie in unserer Kategorie Luftgewehre.

Was ist der Unterschied zwischen Knicklauf und Durchlader?

Beim Knicklauf wird der Lauf nach unten geklappt; er ist zugleich Spannhebel und gibt das Patronenlager frei, in das die Diabolo einzeln eingelegt wird. Beim Durchlader (Seitenspanner oder Unterhebel) bleibt der Lauf fest, ein separater Hebel spannt die Feder und öffnet das Lager. Feste Läufe gelten als präziser, Knickläufe sind günstiger. Ein Magazin haben beide nur bei wenigen Mehrlader-Konstruktionen.

Wie viele Schuss hat ein Luftgewehr mit Magazin?

Typische Trommelmagazine für Pressluft- und CO2-Gewehre fassen 8 bis 14 Diabolos im Kaliber 4,5 mm, im Kaliber 5,5 mm meist 8 bis 10. Entscheidend ist aber die Zahl der Schuss je Füllung: Eine 88-g-CO2-Kapsel reicht für rund 150 bis 300 Schuss, ein 200-bar-Pressluftkartusche je nach Volumen für 40 bis über 100 Schuss, bevor die Leistung spürbar nachlässt.

Darf ich mit dem Luftgewehr im Garten schießen?

Nach § 12 Abs. 4 WaffG dürfen Sie mit einer freien Druckluftwaffe (F-Zeichen, bis 7,5 J) auf befriedetem Besitztum schießen, wenn die Geschosse das Grundstück nicht verlassen können. Ein Kugelfangkasten mit Rückwand und ein Schusswinkel ohne Gefährdung sind daher Pflicht. Außerhalb des eigenen Grundstücks ist Schießen nur auf zugelassenen Schießständen erlaubt. Nachbarschaftsrecht und Lärmschutz gelten zusätzlich.

Sind alte DDR-Luftgewehre wie das Haenel 310 frei?

Das Haenel 310 ist ein Kugel-Repetierer mit Röhrenmagazin für 4,4-mm-Rundkugeln und liegt mit rund 2 bis 3 Joule deutlich unter der 7,5-J-Grenze. Als Altbestand ohne F-Zeichen gilt es nach den Übergangsregelungen des WaffG als freie Waffe, sofern es vor 1970 in Verkehr gebracht wurde beziehungsweise nachweislich unter 7,5 J liegt. Bei Unsicherheit hilft eine Energiemessung beim Fachhändler oder Beschussamt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Ratgeber dient der Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die geltende Fassung des Waffengesetzes (WaffG), der AWaffV und des Landesrechts; über Erteilung, Umfang und Auflagen entscheidet die zuständige Waffenbehörde im Einzelfall. Gebühren sind Orientierungswerte und unterscheiden sich je nach Bundesland und Behörde.
Beratung

Luftgewehr mit Magazin – vor dem Kauf prüfen lassen

Pressluft oder CO2, 4,5 oder 5,5 mm, und wie das Modell nach der WaffG-Änderung 2025 einzuordnen ist: Wir beraten Sie persönlich.

Telefon 039237 381182 · E-Mail info@waffenpro.de · Support-Ticket